Infos Jaka

19.09.2016 / POWERMETAL.DE

Solange es ihnen gelingt, vollends zu polarisieren und in ihrem grindigen Chaos eine Message abzuliefern, werden und müssen die Jungs von JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE weiter am Ball bleiben. Und dass die Band ihren Zenit immer noch nicht überschritten hat, beweist der neue Longplayer "The Golden Anthropocene", der insgesamt zwar eigentlich 'nur' ein typischer JAKA-Longplayer ist, dementsprechend aber auch wieder alle Erwartungen erfüllt, die man an die Band richten darf.
Die einzige Überraschung des neuen Albums besteht wohl darin, dass man erstaunlich viele komplette Tracks zwischen die kurzen fragmentierten Attacken platziert. Die Band hat spürbar Lust am Songwriting gehabt und die Grenzen noch einmal ausgelotet, ohne dass man sich dabei von den eigenen Standards gelöst hat. Songs wie 'Weiss' und 'Planeten planieren' demonstrieren schon sehr früh, dass es den Musikern im zweiten Frühling noch einmal sehr ernst ist. Hierfür sprechen auch die gefühlt noch chaotischeren Arrangements in den längeren Tracks, die selbst den Vergleich zu JOB FOR A COWBOY und CATTLE DECAPITATION nicht mehr scheuen müssen, obwohl die Songs von "The Golden Anthropocene" keine höhere Mathematik darstellen. Aber JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE gefällt sich anno 2016 besonders darin, den Hörer mit schrägen Wendungen und überfallartigen Breaks herauszufordern, was im Ergebnis erneut sehr gelungen ist. 'Der Untergrund' und 'Weltorganismus' sind weitere Beispiele für die wiederholte Klasse der deutschen Grindcore/Crossover-Lunatics, und selbst wenn man hier und dort den Eindruck bekommt, die Band würde ein Stückchen übers Ziel hinausschießen, dann sind genau das die Augenblicke, die den aktuellen Release so wertvoll machen.
Das hohe Level von "Welt ohne Werbung" wird daher auch ohne große Schwierigkeiten bedient, gelegentlich sogar übertroffen. Wenn eine extreme Combo ihr Ding durchzieht, heißt das oftmals, dass sie ihren Stiefel runterspielt. Bei JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE ist der Biss aber noch vorhanden, kleine Nuancen zu verbessern. Und das Ergebnis gestaltet sich am Ende genau so wie "The Golden Anthropocene".
(Björn Backes)

12.09.2016 / REVIEW TEMPELORES

Japanische Kampfhörspiele is a German metal band that puts a huge focus on their lyrics. These guys have a brand new album out which is called “The Golden Anthropocene”.
The album comes with twenty tracks. That might sound like a lot, but the album goes by within forty minutes. The music is intense. Fast metal riffs and growled vocals come blasting right at you after the intro. Some tracks are interludes with spoken tracks or samples from news, movies and such. Japanische Kampfhörspiele created their very own style of music and concept of songs. But at the same time, some songs sound just like every other doom metal band. I believe the true sound is somewhere in between. Either way, “The Golden Anthropocene” is an interesting piece of art you should definitely give a listen if you are into metal. All of the lyrics are in German. The growling makes it a little tough to understand, but the longer you listen to this album, the more you will understand.
Japanische Kampfhörspiele is awarding you with a brand new album. “The Golden Anthropocene” is bringing you music you can bang your head to, listen closely or lose yourself in thoughts about the music. Whichever option you chose, check out this brand new album.
(Nina)

08.09.2016 / REVIEW MUSIC-SCAN

Die Band kennt das System und versteht es, dessen Mechanismen für sich zu nutzen. Diese mehrdeutige und undifferenzierte Aussage passt bestens zu den JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELEN und ihrem „The Golden Anthropocene“. Der Album-Titel trägt der Globalisierung Rechnung. Um „Sex Sells“ zu berücksichtigen, haben die notorischen Querulanten ein entsprechendes Cover-Motiv gewählt, das überdies auch als Medien- oder Technologieschelte herhalten kann. Weitere Bilder im Booklet scheinen auf die Wegwerfkultur, den Überwachungsstaat, atomare Vernichtungsgefahren und mögliche Naturkatastrophen abzustellen. Textlich treten die Krefelder präziser und tagesaktueller in Erscheinung, doch ein breiter Interpretationsspielraum bleibt bestehen. Die Musiker sind bekannt dafür, den Finger tief in die Wunde zu stecken und mittels bewusster Provokation Kontroversen lostreten zu wollen. Die Vielfalt der mit Worten oder Samples angerissenen Themen ist beachtlich. Die Art und Weise, wie die JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE ihre Sicht auf die Welt bzw. Kritik an der Gesellschaft umsetzen, ist es nicht minder. Kombiniert mit kurzen Aufmerksamkeitsspannen bzw. der unsteten, sprunghaften Musikalität der Gruppe führt das unweigerlich in eine schwer verdauliche Informationsflut hinein, in der man sich erst einmal zu Recht finden muss. Selbst wenn das Material, wie behautet, das Ergebnis eines regulären Songwriting-Prozesses und in einem richtigen Studio aufgenommen worden ist, ändert das wenig am rohen, bissigen Rundumschlag, den das neue Album der Krefelder Extrem-Künstler wiederum darstellt. Im punkigen Grindcore-Gewand mit experimentellen Ausreißern wirkt „The Golden Anthropocene“ so, wie man die JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE kennt.
(Arne)

07.09.2016 / REVIEWS INTRO / PLATTENLADENTIPPS / WESTZEIT

Intro Plattenladentipps Westzeit

01.09.2016 / REVIEW VISIONS

VISIONS

28.08.2016 / REVIEW PLATTENTESTS.DE

Keine Frage: Japanische Kampfhörspiele verstehen es auch auf "The golden anthropocene“ vortrefflich, ihre Hörerschaft auf eine Treibjagd zu entführen. Ab ins menschliche Gestrüpp, mit Fanfare und Gebrüll hinein ins soziale Dickicht. Dorthin, wo Darwin noch Darwin sein kann, political correctness unbekannt ist. Die Bigotterie der ach so aufgeklärten westlichen Zivilgesellschaft ist es, die den Krefeldern derart den Schaum vor den Mund treibt.
Okay, so kennen und so mögen wir die Band. Und das seit nunmehr achtzehn Jahren. Doch halt: Wer ist hier, bei dieser neuerlichen Hatz, fies taktierender Reiter, wer zornig aufgehetzte Hundemeute? Und wer dem Untergang geweihter Fuchs? So klangmächtig sich die Band hier auch ihren Weg durchs Unterholz bahnt, eindimensional und simplifiziert ist hier gar nichts. Und plump mit dem Finger auf andere gezeigt wird schon einmal gar nicht.
Sei es in dem Stück "Planeten planieren“, in dem in unseren Breitengraden so pathetisch verklärten Begriffen wie Fortschritt, Demokratie, Toleranz und Freiheit die dicken Beine unterm speckigen Hinterteil weggezogen werden; sei es in "Posthumane Weltregierung“, in dem uns unser zu Rücksichtslosigkeit gewordener Hedonismus in beeindruckend wenigen Zeilen wieder und wieder quer durchs Hirn getrieben wird – oder aber sei es auch ein paar Bedeutungsstufen tiefer im vielleicht besten Song des Albums, "Der Untergrund“, in dem Japanische Kampfhörspiele die Frage stellen, ob nicht auch der künstlerische Underground längst zu einem riesengroßen Schwanzlutscherladen mutiert ist.
Brachial, doch durchgängig zeigefinger- und holzhammerlos verabreicht, führt uns die Band unseren eigenen so dekadent-heuchlerischen Lebensstil vor Augen. Dass narrativer Standpunkt und Rolle der Band dabei mitunter im Dunkeln gelassen werden, mag feige anmuten, ist jedoch exakt der Kniff, der "The golden anthropocene" auch für Anhänger weniger wüster Musikgenres zu einem mittleren Faszinosum werden lässt. Whistleblower oder Nestbeschmutzer, Verräter oder Märtyrer? Die zum Teil vorherrschende akustische Unverständlichkeit der Texte (werden allesamt im Booklet aufgeführt) nährt den Eindruck, einer konspirativen Angelegenheit beizuwohnen. Ob wir hier einem Systemsturz (von innen? von außen?) beiwohnen oder dessen Verteidigung, ob die wütende Jagd einmal mehr den Tätern oder doch eher den lemminghaft und kopflos agierenden Opfern gilt oder ob nicht längst einfach nur alles egal, alles zu spät ist, die Welt in einem eschatologischen Donnergetöse untergeht – Interpretationen sind hier einige möglich. Dass Japanische Kampfhörspiele für das große Um- und Neudenken stehen, muss nicht diskutiert werden. Es ist jedoch der große Trumpf dieses Albums, dass sie uns den typisch westlichen Widerspruch aus gutem Meinen und schlechtem Handeln so exemplarisch vor Ohren führen.
(David Wonschewski)

24.08.2016 / REVIEW METAL HAMMER

Metalhammer

26.08.2016 / REVIEW WAHRSCHAUER

Glaubt man Ärzten vom Fach, dann ist man am besten, wenn es einem eigentlich egal ist. Demzufolge müsste JAKA wirklich alles am Arsch vorbeigehen. So werfen sie mit ihrem zweiten Album nach der Reunion wieder Perlen vor die Säue – erstmals seit 18 Jahren mit englischem Titel. So befasst sich „The Golden Anthropocene“ wieder in unverwechselbarer Weise mit allen Un-, Ab- sowie Eigenarten unseres goldenen Menschenzeitalters. Musikalisch muss man JAKA eigentlich nicht mehr vorstellen. Sie beherrschen alle Finessen mehrerer Genres und schweißen diese zu einem metallischen Quilt zusammen. Mal bleischwer und weich, mal stahlhart und unbeugsam. Wie beim unfachmännischen Hantieren mit instabilen Chemikalien kommt es dabei ständig zu unvorhersehbaren Reaktionen. Musikfans mit Scheuklappen vor den Ohren wissen gar nicht, welche Sub-Hochkultur ihnen hier entgeht, denn wie immer schreiben JAKA nicht nur musikalisch, sondern auch lyrisch brillante Werke. Das beweisen allein Songtitel wie „Planeten planieren“, „Reiz-Reaktion-Automat“, oder „Mitmachdiktatur“. Dabei werfen die Texte mindestens so viele Fragen auf wie sie beantworten, sie sind topaktuell und zynisch. Mitdenkmetal. Trüge man etwa „Weiss“ auf einem Poetry Slam vor, flögen die humiden Höschen wohl nur so auf die Bühne vor Begeisterung.
(Patrick)

  • Japanische Kampfhörspiele - Robert, Christian, Christof, Marco, Martin
  • 23.08.2016 /

    Hier mal ein aktuelles Bandfoto zum Downloaden und Behalten.

    Eine ganze Menge Shows sind geplant für die Zukunft. HIER könnt ihr sehen, welche für euch erreichbar sind.

  • 19.07.2016 / NEUER SÄNGER

    Wir haben einen neuen Sänger. Christian heißt er, ist noch sehr jung (Jahrgang 1987), entsprechend unverbraucht und wird also von nun an Martin ersetzen ... Häh? Martin? Ja, denn Martin wird von nun an Bony ersetzen. Wer da nun gar nicht mehr mitkommt, kommt am besten mal am 01.09. auf das DEATH FEAST nach Andernach. Da spielen wir nämlich zum ersten Mal in dieser neuen Besetzung.

  • Christian

14.07.2016 / BONYXIT

Unser Frontschwein verlässt die Band nach 13 Jahren, da es sich neuen musikalischen Überforderungen stellen möchte, wie wir gerade von unserem Label unundeux erfahren müssen. Bony will der Band aber weiterhin als Booker, Rifflieferant und Konzertbesucher erhalten bleiben. Darüber freuen wir uns sehr, wenn wir natürlich auch traurig sind über den Ausstieg unseres langjährigen Mitstreiters. Bitte erstellt ihm ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und schickt dies an info@unundeux.de. Wir haben dazu momentan keine Zeit, da wir uns umgehend auf die Suche nach einem neuen Frontschwein begeben müssen.